Besinnung im Advent

 

 

 

Das Wort, das schaute Jesaja, Sohn des Amoz,

über Juda und Jerusalem.

Es wird sein in der Späte der Tage,

festgegründet wird sein der Berg mit dem Haus des Herrn an

der Spitze der Berge

und erhoben über die Hügel,

und es strömen zu ihm alle Nationen.

Es gehen viele Völker und sprechen:

„Auf, lasst uns hinaufziehen zum Berg des Herrn,

zum Haus des Gottes von Jakob!

Er lehre uns von Seinen Wegen,

und wir wollen gehen auf Seinen Pfaden.

Denn von Zion geht die Lehre aus,

und des Herrn Wort von Jerusalem.“

Er richtet zwischen den Nationen

und schlichtet zwischen vielen Völkern.

Sie schmieden um ihre Schwerter zu Pflügen,

ihre Speere zu Rebmessern.

Nicht erhebt ein Volk gegen ein Volk ein Schwert.

Sie erlernen nicht mehr den Krieg.

Haus Jakobs, auf, lasst uns gehen im Licht des Herrn!

 

Wagnis der Nähe

1

Was, ach, ist Atheismus

Verglichen mit der Nähe

einer geselligen Gottheit,

die im Menschen,

dem gewagtesten, gefährlichsten Ihrer

Geschöpfe

auch scheitern kann?

2

Ich verspüre, sinnt eine Frau,

dass Gott das Geheimnis des Lebens ist,

zart und zerbrechlich.

Wie ein Korn verbirgt es sich in der Erde.

Wartet in dir, in mir.

Klopft an die Panzerungen.

Lässt Bilder blühn in schlafloser Nacht.

Redet durch Schmerzen.

Fragt in Angst.

Murmelt Worte, uralt.

3

Gab Sich,

Zeitferne verlassend,

anheim der Geburtlichkeit,

der Sterblichkeit auch.

Setzt Sich,

 

 

 

verletzbar, vernichtbar geworden,

aufs Spiel im gewagtesten,

im gefährlichsten Seiner Geschöpfe.

Ist Wort,

ist Verstummen:

Auschwitz, Hiroshima.

Rauch am Himmel.

Die Schrift an der Wand.

4

Der Allmacht aufgab,

damit Widermacht sei: die Welt!

Der Menschen wagte,

damit Gespräch

und Geselligkeit werde.

Der Heimat verließ,

um Heimat zu suchen hier.

Du, ich, wer immer:

Ort Seines erhofften Gelingens,

Ort Seines gefürchteten Scheiterns.

Uns suchend näher

als wir uns selber.

Wer faßt’s?

 

Kurt Marti

 

 

Mis à jour le 30/06/2010

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