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Ez.37/12b-14
Das Volk Israel hat sein Land
verloren. Die Israeliten, fern der Heimat und leidend unter der
Zerstreuung ihres Volkes, mögen in Babel gesagt haben: „Ausgetrocknet sind
unsere Gebeine, unsere Hoffnung ist untergegangen, wir sind verloren.“
Ez.37/11
Da erinnert sich Gott seines
Volkes. Er spricht seinem Volk durch den Propheten eine Verheißung aus. Aus
den Trümmern der Geschichte Israels erwächst neues Leben, nicht durch den
Einsatz von Menschen, sondern durch die Macht Gottes, die alle Grenzen, auch
die Grenze des Todes überschreitet.

„Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf.“
Nicht von der Auferstehung
gestorbener Israeliten ist hier die Rede, sondern von der Rückführung der
nach Babel Verschleppten aus dem Grab der Gefangenschaft zu einem neuen
Leben in Israel.
Aus diesem Text spricht deutlich
Gottes väterliche Liebe und Treue zu seinem Volk. Um diese
Liebe noch deutlicher zu machen, lässt er durch den Propheten verkünden:
„ Ich
hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr leben“
Im Hebräischen ist „Geist“ und
„Wind“ (Atem und Odem) ein Wort: „Ruach.“
Es geht um eine geistige
Erneuerung, um innere Umkehr. Es ist die Zusage eines neues Leben spendenden
Geistes. Die Wahrnehmung dieser Berufung zu neuem Leben ist verbunden mit
der Erkenntnis der eigenen Enge und des eigenen Grabes. Nur wer sich als
Sünder bekennt, ist bereit zur Umkehr. Gott schenkt Hoffnung und neues
Leben, aber empfangen kann es nur wer offen ist und sich beschenken lässt.
Es ist eine Gefahr, dass der vom
Fortschritt der Wissenschaft und Technik berauschte Mensch sich als Herr und
Mittelpunkt der Welt betrachtet, dass er meint, keine Hilfe von „oben“ zu
brauchen. Er will den Sinn seines Lebens nicht empfangen, sondern selber
herstellen.
Joh. 11/1-45
„Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt wird Leben.“
Im heutigen Evangelium rückt ganz
bewusst das Thema Auferstehung in den Mittelpunkt. Nicht, wer den Tod
verdrängt glaubt an das Leben, sondern: Wer an das Leben glauben will, muss
an die Überwindung des Todes glauben.
Warum lässt Jesus seinen Freund
Lazarus sterben, bevor er sich in sein Haus begibt? Vielleicht, um uns zu
lehren, dass sich das Geschenk des neuen Lebens nur durch den Tod hindurch
offenbart. Erst unten am Boden, am Grunde des nackten Daseins werden wir
offen für Gottes Geisteswehen.
Das Kernstück unserer Geschichte
liegt im Gespräch Jesu mit Marta.
„Dein Bruder wird auferstehen,“
sagt Jesus zu ihr. Als fromme Jüdin denkt sie an die zukünftige, allgemeine
Auferstehung der Toten und antwortet:
„Ich weiß, dass er auferstehen wird am jüngsten Tag.“
Und nun holt Jesus den „jüngsten Tag“ gewissermaßen in das Hier und Heute
indem er sagt:

„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben,
auch wenn er stirbt. Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in
Ewigkeit nicht sterben.“
Mit anderen Worten sagt Jesus hier:
Wer seine ganze Hoffnung auf mich setzt, muss nicht bis ans Ende der
Weltgeschichte auf seine Auferstehung warten. Er ist im Glauben bereits
auferstanden. Das ewige Leben hat in ihm schon begonnen.
„Glaubst du das“ wird Marta
am Schluss des Gespräches gefragt. Und wir sollten uns in dieser Stunde von
dieser Frage betroffen fühlen.
Marta bekennt Jesus als
„Messias“ und als
„Sohn Gottes“
Beten wir um die Gnade, ihr dieses Bekenntnis mit ganzem Herzen nachsprechen
zu können.
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